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Die notwendigen Fähigkeiten für die digitale Zukunft

Jürgen Kanz
Herausgegeben von in Denkimpulse ·
Tags: KritischesDenkenKünstlicheIntelligenzFähigkeitendigitaleZukunft
In meinem letzten Blogbeitrag [1] habe ich mittels der Mathematica® Software demonstriert, dass künstliche Intelligenz nicht immer befriedigende oder gar richtige Aussagen trifft. Ich habe dies getan, um Ihnen den Einstieg in diesen Beitrag zu erleichtern.

Die sich ändernde, digitalisierte Zukunft benötigt andere, teils erweiterte Fähigkeiten von den Menschen im Umgang mit den neuen Technologien.

Künstliche Intelligenz (KI) mit seinen Untermengen Maschinenlernen (Machine Learning) und tiefgehendes Lernen (Deep Learning) basiert in vielen Anwendungsbereichen darauf, dass die Neuronalen Netzwerke oder Algorithmen dahinter trainiert werden. Es muss ihnen bekanntes Wissen in Form von Daten zunächst zugeführt werden, woraufhin ein Modell der Realität im Computer gebildet wird. Neue, der künstlichen Intelligenz unbekannte Daten, werden mit den Modellen verarbeitet und stehen anschließend zur weiteren Verarbeitung oder Nutzung zur Verfügung.

Vereinfacht läßt sich sagen, je besser das Training und je besser und eindeutiger die neuen Daten sind, umso besser sind die Ergebnisse.

Dazu ein Beispiel aus meinen vorherigen Berechnungen mit Mathematica® [1]. Wir konnten feststellen, dass insbesondere die Bestimmung der geographischen Position zu Problemen führte. Kein Wunder, denn die Informationsmenge über den Standort im Hintergrund des Bildes ist sehr gering. Anders stellt es sich in dem zweiten Beispiel dar. Eine Aufnahme von mir mit einem Ausschnitt des Brandenburger Tores und der Quadriga im Hintergrund. Für die Berechnung wurden die identischen Algorithmen verwendet.

Bekanntes Beispiel:

unbefriedigendes Ergebnis


Neues Beispiel:

exzellentes Ergebnis: Berlin, Brandenburger Tor

Derartige Probleme können künftig in manigfacher Art und Weise auftreten. Es obliegt dem Menschen darüber zu entscheiden, ob das Ergebnis der Realität entspricht. Das soll und darf natürlich nicht ständig geschehen.
Allerdings stellt sich hier die Frage, welche Fähigkeit die Menschen künftig benötigen, um in der digitalen Zukunft zu "überleben". Das "World Economic Forum" hat in Zusammenarbeit mit "Guthrie-Jensen Consultants" eine hervorragende Grafik mit allen erforderlichen Informationen geschaffen.


mit freundlicher Genehmigung von Guthrie-Jenson Consultants

Die drei wesentlichen Fähigkeiten lauten somit:

1. Komplexe Problemlösung
Es ist wahr, dass KI Probleme lösen kann, die Menschen nicht können - aber es geht auch andersherum. Wenn sich die Problemlösung über mehrere Branchen erstrecken muss oder wenn Probleme nicht vollständig definiert sind, kann der Mensch rückwärts arbeiten, um eine Lösung zu finden.

2. Kritisches Denken
Maschinen werden in Bezug auf Aspekte des kritischen Denkens immer besser, aber der Mensch ist immer noch in der Lage, Konzepte in einer Welt voller Zweideutigkeit und Nuance zu verbinden, zu interpretieren und sich vorzustellen. Ein Anwalt kann die genaue Positionierung ermitteln, um einen Fall für einen Klienten zu erheben, oder ein Vermarkter kann eine übergreifende Botschaft herausfinden, die bei den Verbrauchern Anklang findet.

Das kritische Denken ist aber auch im Hinblick auf die hier gezeigten Beispiele von großer Bedeutung, denn wer erwartet, dass die Ergebnisse immer vorbehaltslos als korrekt angesehen werden können, kann nachhaltig falsche Erkenntnisse daraus ziehen, oder sogar falsche Entscheidungen treffen [2].

3. Kreativität
Kreativität erfordert ein gewisses Maß an intuitiver Spontanität, das noch nicht von der KI nachgeahmt werden kann. Warum entwarf der Architekt das Gebäude auf eine bestimmte Art und warum improvisierte der Musiker, indem er einen Akkord aus Ton spielte? Es ist schwer einem Computer den Grund für WARUM zu erklären, wenn etwas sich einfach nur richtig anfühlt.


Wenn Sie jetzt auf mein erstes Mathematica® Beispiel [1] zurückblicken und sich vorstellen dies sei ein Ergebnis aus ihrem Arbeitsumfeld, welche der hier genannten Fähigkeiten benötigen sie, um die Ergebnisse zu verstehen und die Resulte intern oder extern zu kommunizieren? Benötigen Sie weitere Fähigkeiten?


Haben Sie Fragen, Anmerkungen oder Kommentare zu diesem Beitrag? Dann senden Sie mir bitte eine Email. Ich freue mich auf Ihre Nachricht.

Quellen:
[1] Jürgen Kanz, "Können wir der künstlichen Intelligenz vertrauen, ohne eine kritische Sichtweise?", https://www.juergen-kanz.de/blog/index.php?koennen-wir-der-kuenstlichen-intelligenz-vertrauen,-ohne-eine-kritische-bewertung-, 17.01.2019
[2] Melanie Mitchell, "Artificial Intelligence Hits the Barrier of Meaning", https://www.nytimes.com/2018/11/05/opinion/artificial-intelligence-machine-learning.html, letzter Zugriff 15.01.2019


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